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Buchen verwandelte sich in eine einzige Kunstmeile
Einige Tausend Besucher auf der zweiten Kultnacht / Fest für die Sinne bei idealem Sommerwetter / Südliches Flair
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Von unserem Redaktionsmitglied Maria Gehrig
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Buchen. Der Freitag, der 13 , er brachte Glück: Die dunklen Wolken hatten sich verzogen und genau zur zweiten Buchener Kultnacht zeigte sich der Sommer von seiner schönsten Seite Die laue Nacht lud nach der langen „Regenzeit" förmlich dazu ein, durch Buchens Innenstadt zu schlen- dern und mit von der Partie zu sein bei diesem Fest für die Sinne.Im Programm waren jede Menge Angebote für Augen, Ohren sowie den Gaumen und vor allem für Herz und Seele.
Zu Tausenden waren die Besucher ins Zentrum Buchens geströmt, zeitweise war in der Fußgängerzone kein Durchkommen mehr. Die Menschen feierten fröhlich und friedlich mit- einander und waren ganz einfach begeistert von der Kreativität der vielen Künstler.
Die zweite Buchener Kultnacht als Plattform zeitgenössischer Kunst, so erste Eindrücke, dürfte die er- folgreiche Premiere im vergangenen Jahr noch übertroffen haben Die Qualität des zusammengestellten Kunstprogramms war gesteigert wor- den und auch bei organisatorischen Belangen, wie etwa der Bewirtung, hatten die Verantwortlichen das Angebot zusammen mit der Gast- ronomie erheblich ausgeweitet. So verweilten die Besucher nach einem außergewöhnlichen Kunstgenuss von Formen und Farben noch gern mit Freunden und Bekannten unter freien Himmel bei einem Glas Wein oder Bier.
Rund 130 regional, überregional und international anerkannte Künstler in den Genres Bildhauerei, Malerei und Videoinstallationen waren dieses Jahr auf der Bucher Kultnacht vertreten - ein Rekord. Ein Teil davon zeigte zeitgenössische Kunst auf der Oden- wälder Kunstmesse „OW.ART" schwerpunktmäßig in der Franken- landhalle. Dort war die Kultnacht auch mit geladenen Gästen eröffnet worden.
Buchens Bürgermeister Roland Burger freute sich ganz besonders über das große Engagement der Initiatoren Patris und Isabellé Semma, die von Stadt und Aktivgemeinschaft sowie einer ganzen Reihe von Sponsoren tatkräftig unterstützt worden waren. Das Künstler-Ehepaar erhielt für seine Idee und die viele Arbeit im Vorfeld spontanen Applaus aus den Reihen der Besucher und vom Stadtoberhaupt Geschenke.
Landrat Dr. Achim Brötel verteilte an die Semmas in seiner Rede am Freitag bereits Vorschusslorbeeren mit den Worten: „Freuen wir uns auf eine jahrzehntelange Zukunft dieser Kult- nacht". Diese besondere Veranstaltung soll, wie zu hören war, künftig alle zwei Jahre stattfinden. Als „eine einzige begehbare Kunstmeile" titulierte Dr. Brötel die Kultnacht und Buchen deshalb für eine Nacht als die „Kunsthauptstadt" des Kreises und der ganzen Metropolregion Rhein-Neckar.
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Die zweite Buchener Kultnacht wurde zu einem großen Erfolg. Zentrale Bedeutung kam dabei der Odenwalder Kunstmesse „OW.ART" zu, die größtenteils m der Frankenlandhalle zu sehen war. Das Bild zeigt die Kultnacht-Ideengeber Patris und Isabellé Semma (rechts) zusammen mit Landrat Dr. Achim Brötel (Vierter von links). Klaus Holderbach (Dritter von links) und Bürgermeister Roland Burger (Zweiter von links). Den „OW.Art"-Kunstpreis erhielt eine Künstlergruppe aus Georgien. Bild: Gehrig
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Und der Landrat stellte heraus: „Die Kunst hat - auch und gerade im ländlichen Raum - ihren Platz" Ein besonderes Glanzlicht sei dabei die Buchener Kultnacht. Isabellé Semma trage mit der Großveranstaltung „ein Stück weit das Vermächtns ihres verstorbenen Vaters hinaus in diese Nacht und in diese Stadt, in der er gelebt und gearbeitet hat."
Der „OW.ART'-Förderpreis ging in diesem Jahr an eine Künstlergruppe aus Georgien. Patris Semma, der sein Herz nicht nur an Heidelberg, sondern auch an Buchen verloren hat, überreichte die Auszeichnung an Irakli Bugianishvili und seine Kollegen. Die Gruppe zeichne sich nicht nur durch ihre Konzeptentwicklung aus, sondern überzeuge in Bildhauerei und Malerei, befand Semma. Stadtrat und Volks- bank-Chef Klaus Holderbach maß dem Kunstpreis in Zukunft auf inter- nationaler Ebene große Bedeutung bei.
Die Odenwälder Kunstmesse spielte am Freitag erneut eine zentrale Rolle. Diesmal erstreckte sie sich von der Frankenlandhalle, über den Stadtturm, das Alte und Neue Rathaus, das Beginenklösterle, das Atelier Chateauneuf bis ins Museumsareal. Und sie war erstmals auch am Samstag und Sonntag für Interessenten offen. Der Verein Kulturpunkt Mittelmühle
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feierte den Abschluss seines Künstler- Symposiums und hatte dafür eigene Programmbeiträge zusammengestellt. Mit einem speziell eingerichteten Shuttlebus waren die etwas vom Zent- rum entfernten Ausstellungsorte mühe- los zu erreichen. Ja sogar Kutschfahrten des Reit- und Fahrvereins waren dieses Jahr geboten.
Kein Zweifel: Südliches Flair durch- wehte die Buchener Innenstadt bei der Kultnacht. Die Menschen zog es ins Freie und gut gelaunt genossen sie einen Einkaufsbummel in den bis Mitternacht geöffneten Geschäften und ihre ganz persönliche Begegnung mit der Kunst: egal ob es nun die Auseinandersetzung mit einem Gemäl- de in einem Schaufenster war, die beachtenswerten Beiträge verschie- dener Buchener Schulen oder eine der Musik- oder Tanzperformances Oder Isabellé Semmas Modenschau „Kunst am Körper" unter den Arkaden des Alten Rathauses, wo Models indivi- duelle Designermode auf dem Laufsteg präsentierten, wahrend im Hotel „Prinz Carl" nach dem Motto „Koch-Kunst" gerade eine Küchenparty in vollem Gang war.
Wer sich mal eine kleine Ruhepause zwischendurch gönnen wollte, besuch-
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te die wohltuenden Musikdarbietungen des Vokalensembles Buchen und Lesungen im Beginenklösterle oder die gern angenommenen geistlichen Kon- zerte des Männerchores „Cantus M" des MGV „Liederkranz" in der Stadtpfarrkirche St. Oswald, die zwei- mal beinahe voll besetzt war.
Viel beachtet war die Ausstellung des Kunstvereins Neckar-Odenwald-Kreis „Meine Arbeit - Meine Sammlung", die zum 30. Geburtstag des Vereins gestaltet wurde Das Kulturforum Vis-à-Vis war beliebter Treffpunkt. Neun Stunden reichten allerdings fast nicht aus, um alle Ausstellungsorte auf-suchen zu können.
„Kunst ist ein Luxus, den der Mensch braucht": Bertolt Brechts Worte trafen für die zweite Buchener Kultnacht zweifelsohne zu. Die letzten Besucher genossen es bis weit nach Mitternacht, sich von den ausgestellten Werken inspirieren zu lassen. Auf dem Heimweg begleitete alle zur Vollendung einer einzigartigen Nacht auf ganz romantische Weise ein leuchtender Sternenhimmel - ein Kunstwerk der Natur.
Bilder zur zweiten Buchener Kultnacht sind in einer Galerie im Internet unter www.fnweb.de zu finden. |
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© 2007 Fränkische Nachrichten
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